Münzviertel

Blume

Rosen statt Rasen braucht das Land

Repsoldstraße, Münzstraße, Norderstraße: Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und in die Rosenallee statt Autos: Rosen

Ein klares Missverständnis. Vor einem Jahr am 20. November 2003 stellten wir nach der Oktobersitzung des Unterausschuss St. Georg in der Jugendwerkstatt Rosenallee einen schriftlichen Antrag an die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte:

“Nach dem offensichtlichen Scheitern des bisherigen Bebauungsplanes für das Münzplatzquartier aus dem Jahre 1983 mit dessen vorrangigen Ausrichtung auf Büro- und gewerbliche Nutzung, bitten wir die zuständigen Politiker und Verwaltungen gemeinsam mit uns das historische Wohn- und Kleingewerbegebiet aus seiner jetzigen Zersplitterung: „Nichtwohnen“, „Geduldetes Wohnen im Bestand“ und „Wohnungsneubau nur als Sonderregelung“ herauszuführen mit dem Ziel, dem Quartier eine gesamtgestalterische „Wohnen im Quartier-Perspektive“ zu eröffnen.”

Als weitere Eckdaten nannten wir: eine konzeptuelle neue Verkehrsführung, Begrünung “Rosen in die Rosenallee”, Rückwandlung von Gewerbe- in Wohnungsmietverträge, Abschaffung der Hausmüllsammlung auf den Bürgersteigen, Beteiligung bei der Einrichtung eines Drogenzentrum-Beirates und Vermeidung von Rotlichtmilieu.

Am 21. September 2004 erhielten wir nun endlich per Post eine amtliche Antwort. Und diese schmeckt wie 12 Monate abgestandener kalter Kaffee. Die Verkehrsführung steckt in irgendwelchen Ausschüssen, die Begrünung wird mit dem Hinweis der Beitragsverweigerung seitens der Wichern-Baugesellschaft fallengelassen, die Rückwandlung von Gewerbe- in Wohnungsmietverträge sind aufgrund des noch gültigen Bebauungsplanes (MK-Gebiet) nicht möglich, die Hausmüllsammlung verliert sich in bürokratischer Komik, die Beteiligung des Quartiers im Beirat des Drogenzentrums wird begrüßt, ist aber längst an der Verneinung seitens der Einrichtung gescheitert und das bedrohliche Rotlichtmilieu hat sich durch einen massiven Polizeieinsatz vorerst von selbst aufgelöst.

Und was nun? Gebeten hatten wir im klassischen Sinn einer Bürgermitbeteiligung um ein gemeinsames Suchen nach einer zukunftsträchtigen Vision- sowie gegenwartsbezogenen Praktikalösung. Stattdessen bieten uns die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung eine lustlose auf den Iststand beharrende Haltung an. Ein ganzes Jahr Hoffen und Betteln für die Katz – und alles noch einmal von vorn. Auf unsere Einladung hin findet am 26. Oktober 2004 um 18.30 Uhr in der Jugendwerkstatt die Oktobersitzung des Unterschusses statt. Es verspricht ein quicklebendiger Abend zu werden.

Für die Stadtteilinitiative Quartierstreffen Münzplatz c/o Günter Westphal